Hotels sind nichts für uns, haben der Mann und ich schon vor langer Zeit festgestellt. Seitdem logieren wir in Ferienwohnungen, mal mehr, mal weniger schlicht eingerichtet. Hauptsache entspannt. Sehr zum Ärger des großen Kindes, das in Sachen Reisen einen kleinen Hang zum Luxus hat. Für ihn sind Kreuzfahrten und Fünf-Sterne-Hotels das Ziel seiner Träume. Wohin die Reise geht? Eigentlich egal, hauptsache komfortabel. Das kleine Kind möchte dagegen immer in das gleiche griechische Dorf und freut sich das ganze Jahr darauf, in unserem Mini-Apartment mit der ganzen Familie in einem Zimmer zu schlafen. Irgendwie kommen wir jede Sommerferien wieder aber doch auf einen Nenner und freuen uns alle auf unser persönliches Stück vom großen Urlaubsglücks-Kuchen. In diesem Sinne kommen hier unsere Links der Woche – dieses Mal als Urlaubs-Ausgabe!

Nichts vergessen?

Wenn mein Mann verreist, packt er seine Sachen oft erst kurz vor der Abfahrt. Das macht mich – vorsichtig ausgedrückt – ziemlich nervös. Ich packe nämlich gerne mit großem Vorlauf und mit Plan, vor allem seit wir Kinder haben. Äußerst hilfreich finde ich dabei Packlisten, auf denen ich alles Stück für Stück herrlich spießig abhaken kann. Packlisten kann man sich per Hand zusammenschreiben, aber selbstverständlich auch im Internet herunterladen beziehungsweise sich individuelle Listen per Packlisten-Generator erstellen.

Das macht den Orga-Freak in mir glücklich, auch wenn der Mann sich über soviel systematische Planung jede Reise wieder lustig macht…(ganz, ganz leise gibt er aber auch manchmal zu, wie angenehm es ist, am Urlaubsort nicht die ersten Tage ständig Richtung Dorf-Supermarkt unterwegs zu sein, um noch Mücken-Spray, Batterien für die Taschenlampe und ein Sonnenhut fürs Kind zu besorgen).

Von ungewöhnlichen Urlaubsparadiesen

Wie sehen Ferienorte aus, die durch ihren ganz eigenen Zauber Eltern und Kinder rundum glücklich machen? Britta Krämer und Kirsten Harms sammeln auf ihrem Blog away & aware genau solche „glücklichen Reiseziele“ – wie etwa das einsam zwischen Strand und Wald gelegene Blockhaus in Estland, dessen Besitzerin Surflehrerin ist. Oder der „Majestic Bus“ im englischen Herfordshire – ein zur Ferienunterkunft ausgebauter Panoramabus, der inmitten einer bunten Blumenwiese steht.

Im Interview mit Sophie von berlinfreckles erzählen sie, wie sie diese oft ungewöhnlichen Ziele entdecken, berichten von ihren Glücksmomenten auf Reisen und geben Tipps für den gelungenen Urlaub mit der Familie. Zum Beispiel, mal für einen Perspektivwechsel zu sorgen, etwa wenn im Sportkurs die Kinder die Cracks sind und die Großen von den Kleinen lernen können. Auch wenn einem für manche der glücklichen Unterkünfte das nötige Budget fehlt: Allein das Anschauen der wunderschönen Fotos sorgt für Glücksgefühle!

Sind wir bald da?

Was man für Reisen mit Kindern braucht? Eine gute Planung und wirklich gute Nerven, damit man Reiseübelkeitsattacken und den immer wieder gleichen Fragen einigermaßen mit Haltung begegnen kann. Für die Reiseübelkeit setzen wir (da Medikamente leider nicht helfen) inzwischen auf eine große, fest verschließbare Plastikdose und eine zweite Garnitur Klamotten im Handgepäck. Und was die Dauerfragen „Sind wir bald da?“ und „Wie lange dauert es noch?“ angeht, helfen Vorlesebücher und vor allem ein Tablet enorm weiter.

Solltet Ihr mit Baby oder Kleinkind mit dem Auto in den Urlaub aufbrechen, könnten die Tipps von Marc vom Blog Reisezoom eine große Hilfe für Euch sein. Angefangen vom idealen Auto für große Reisen über Snacks auf der Fahrt und Pausen mit Erlebnischarakter bis hin zu den besten Zeitpunkten für das Fahren sind hier ganz viele persönliche Erfahrungen gesammelt. Gut für das schlechte Elterngewissen: Auch bei Marc ist das Tablet auf solchen Fahrten dabei, um den Eltern zumindest kurze Auszeiten zu sichern…

Kleine Entdecker

Es müssen nicht immer Nordsee, Ostsee oder Mallorca sein: Auch mit Kindern lassen sich exotischere Reiseziele ansteuern – man muss sich nur trauen, die eigene Komfortzone zu verlassen. Weshalb dieser Blick über den Tellerrand so glücklich macht, hat uns Nic Hildebrandt aka Luzia Pimpinella vor kurzem hier im Blog in einem Interview erzählt.

In einem zwar schon etwas älteren, aber dennoch sehr lesenswerten Artikel in der Zeit erklärt die Verhaltensbiologin Gabriele Haug-Schnabel, warum auch schon Babys von Reisen profitieren und auf was die Eltern speziell bei Reisen in nicht alltägliche Urlaubsländern achten sollten, damit die Kinder im inneren Gleichgewicht bleiben.

Bretagne oder Südtirol? Auto oder Bahn?

Urlaub in anderen Familien ist genauso irre wie bei uns. Oder auch genauso langweilig. Heiß. Verregnet. Woher ich das weiß? Ich freue mich täglich auf die Lektüre der Reisetagebücher von Christian vom Blog Familienbetrieb und von Maximilian von den Herzdamengeschichten. Der eine ist mit Familie und Auto zum wiederholten Male in die Bretagne gefahren, der andere mit Familie und Zug nach Südtirol. Beide beschreiben Urlaub mit der Familie genau so wie er halt ist – und genau so, dass man immer wieder laut lachen muss und bei den eigenen Urlaubspannen hoffentlich daran denkt, es auch mit Humor und Würde zu tragen, statt sich die Laune verhageln zu lassen. Und jetzt: Gute Reise!

Titelfoto: unsplash.com/Yaoqi Lai


 

Autor_Sandra