Nils ist 14 Jahre alt, lebt in Berlin und besucht die neunte Klasse eines Gymnasiums. Wir haben ihn nach seiner Sicht der Dinge befragt – vor allem darüber, was Glück für ihn bedeutet.


Das erste, was mir bei Glück in den Kopf kommt, sind meine Freunde. Gleich danach kommt mein Sport. Ich spiele Handball, in einer ziemlich guten Liga sogar. Essen macht mich natürlich auch sehr glücklich. (Ich hoffe inständig, dass sich jetzt nicht irgendeiner meiner Familienmitglieder ausgelassen fühlt, weil ich meine Familie nicht erwähnt habe.) Warum Freunde?

Ich glaube, ich habe einfach die glücklichsten Momente in meinem Leben mit meinen Freunden verbracht und – naja, Glück ist doch vor allem dann Glück, wenn man es mit jemandem teilen kann, oder?

Genau deshalb auch Handball. Ich weiß nicht, ob Sie das Gefühl kennen – ob beim Fußball, beim Handball oder beim Basketball – dieses Gefühl, wenn man sich als Mannschaft über einen wichtigen Sieg, ein wichtiges Tor oder sei es nur einen guten Angriff freut. So einen Moment kann man nur als Mannschaft erleben. Falls Sie noch nie einen Mannschaftssport gespielt haben – es ist vergleichbar mit dem Gefühl als Deutschland Weltmeister wurde. Auch da haben wir nur so viel Glück empfinden können, weil wir es als ganze Nation erlebt haben. Ich würde ja auch den Mauerfall nennen. Aber leider ist das nicht mehr ganz meine Zeit. Denken Sie doch mal an Ihre drei glücklichsten Momente. Ich persönlich habe keinen dieser Momente alleine verbracht.

Am Anfang dieses Textes habe ich auch ‚Essen’ genannt. Man könnte meinen, dieser Punkt macht meine Theorien etwas kaputt! Aber mal ehrlich: Schmeckt dasselbe Steak nicht besser, wenn wir es mit anderen gemeinsam essen? Vielleicht ist das alles der Grund, warum wir Freunde haben, heiraten, eine Familie gründen…!

Grade jetzt, wo so viel Menschen nach Deutschland kommen, die alles verloren haben, die alles aufgegeben haben – ist es da nicht unfair, dass wir so viel Glück haben? Dass wir jeden Tag in Ruhe schlafen können und nicht jeden Tag Angst um unsere Zukunft haben müssen? Wäre es nicht irgendwie fair, unser Glück mit diesen Menschen zu teilen oder ihnen ein bisschen von unserem Glück abzugeben?


Autor_Nils