Die kleinen und die großen Dinge im Leben, die Glück schenken: Das sind die Themen, die Nic Hildebrandt als Bloggerin bewegen. Auf ihrem Blog Luzia Pimpinella schreibt sie seit vielen Jahren und sehr erfolgreich über Familie, Kreativität, Fotografie, Reisen und den Versuch, den Alltag zu feiern und das Schöne auch im Gewöhnlichen zu sehen. Passt perfekt zu unserer Glücksmomente-Aktion, oder? Entsprechend nahe lag es, mit Nic als Reise- und Glücksexpertin über das Glück des Reisens zu sprechen.


Liebe Nic, es gibt ja auch Leute, die finden es zuhause am allerschönsten. Wenn Du so jemandem vom Reisen überzeugen wollten, was würdest Du sagen?

Raus aus der eigenen Komfortzone und die Welt entdecken: Nic und ihre Tochter im Yosemite-Nationalpark. Foto: Luzia Pimpinella/Nic Hildebrandt

Raus aus der eigenen Komfortzone und die Welt entdecken: Nic und ihre Tochter im Yosemite-Nationalpark. Foto: Luzia Pimpinella/Nic Hildebrandt

Nic Hildebrandt: Wer immer da die Wege geht, die er schon kennt, der kommt eben nur dahin, wo er schon war. Sich aus seinem trauten Heim heraus in die Welt zu begeben, ist ja auch immer auch ein bisschen, sich von seiner persönlichen Komfort-Zone zu entfernen. Manchen Menschen fällt das tatsächlich schwer. Besonders wenn man Kinder hat, ist das Reisen ja auch immer mit größerem Aufwand und meistens viel Aufregung verbunden. Wenn man sich aber darauf einlässt, kann man vom Reisen nur profitieren. (Also, wenn der Urlaub nicht gerade aus zwei Wochen am Pool eines all-inklusive Hotels besteht!). Der Blick über den eigenen Tellerrand kann die Perspektive auf das Leben an sich verändern und bringt immer kostbare Erfahrungen und Begegnungen mit sich. Ich glaube, dass Geld, das man in Erlebnisse investiert, weit besser angelegt ist, als solches, das man für Besitztümer ausgibt.

Hattest Du Deine Reiselust schon immer in Dir?

Ja. Irgendwie war das „ich-will-weg“ schon immer da. Nur fehlte früher in meiner Kinder- und Jugendzeit einfach die großen Möglichkeiten. Da war man dann an der Ostsee und das war auch grandios! Doch umso kostbarer empfinde ich es jetzt, ein paar mal im Jahr mit meiner Familie in der wirklich weiten Welt unterwegs sein zu können.

Gibt es ein Reiseerlebnis, das Dich besonders glücklich gemacht hat? Und umgekehrt: Gab es auch schon mal Reisen, bei denen Du gerne auf halbem Weg wieder nach Hause gefahren wärst?

Traumziel: Nic und ihre Familie auf Safari in Tansania - ein bewegendes Erlebnis für alle drei. Foto: Luzia Pimpinella/Nic Hildebrandt

Traumziel: Nic und ihre Familie auf Safari in Tansania – ein bewegendes Erlebnis für alle drei. Foto: Luzia Pimpinella/Nic Hildebrandt

Da gibt es tatsächlich einige. Im letzten Sommer ist für mich ein ganz großer Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Wir drei haben eine Safari in Tansania gemacht. An unserem ersten Safari-Tag war ich so überwältigt von meinen Gefühlen, dass ich ein paar mal weinen musste. So unfassbar schön war es, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung erleben zu dürfen. Der ganze Aufenthalt in Afrika hat Spuren in unseren Herzen hinterlassen, für die wir sehr dankbar sind.

Ein ebenso beeindruckendes Erlebnis war, als wir vor einigen Jahren auf der Isla Holbox in Mexiko mit Walhaien schnorchelten. Es sind oft die Naturereignisse, die einem wirklich den Atem rauben.

Bisher war noch keiner unserer Urlaube so unglücklich, das wir je daran gedacht hätten, wieder nach Hause zu fahren. Natürlich gab es schon mal die ein oder andere gruselige Unterkunft, aber insgesamt hat dann doch immer das Positive überwogen. Meistens bleiben wir ja auch nicht dauerhaft an einem Ort, sondern sind auf unseren Trips viel unterwegs. Das macht es leichter, nach negativen Momenten einfach nach vorn zu sehen und sich auf das Kommende zu freuen.

Wie hat das Verreisen mit Kind deine Reisen verändert? Wird man vorsichtiger, plant man mehr vor oder stürzt Du dich noch immer mitten rein ins Abenteuer? Wie profitieren Kinder von Reisen? Und vor allem: Ab wann?

Glückliche Eltern - glückliche Kinder: Auf Reisen sollten alle zu ihrem Recht kommen, rät Nic aus ihrer Erfahrung als Profi-Traveller und Mutter. Foto: Luzia Pimpinella/Nic Hildebrandt

Glückliche Eltern – glückliche Kinder: Auf Reisen sollten alle zu ihrem Recht kommen, rät Nic aus ihrer Erfahrung als Profi-Traveller und Mutter. Foto: Luzia Pimpinella/Nic Hildebrandt

Natürlich waren wir als Pärchen, ohne Kind, eine ganze Ecke spontaner unterwegs. Wir haben Last-Minute Flüge gebucht und auch mal vor Ort erst eine Unterkunft gesucht. Als Eltern haben wir dann schon mehr geplant. Wer einmal mit einem müden, hungrigen, quengelnden Kind nach einem Hotel gesucht hat, der weiß, dass das etwas ist, auf das man auch gerne verzichten kann. Nun ist unsere Tochter Luzie ja schon 13. Das Teenageralter macht solche Situationen auch nicht wirklich leichter. 😉 Also ziehen wir es zur Zeit vor, unsere Trips im Vorfeld gemeinsam durchzuplanen. Es kann aber gut sein, dass wir in Zukunft wieder spontaner reisen werden, denn es ist ja absehbar, dass wir irgendwann wieder zu zweit unterwegs sein werden. Ich gestehe, ich freue mich auch ein kleines bisschen darauf, wenn wir unsere Trips nicht mehr von Schulferien abhängig sind.

Ich persönlich glaube, dass Kinder schon sehr früh vom Reisen profitieren. Ich erinnere mich heute noch daran, wie unsere Tochter ihre ersten Schritte am Strand von Fuerteventura machte und dabei alle Nase lang mit ihrem Po in den weichen Sand fiel. Das war großartig und sie liebte es! Später wurde sehr schnell deutlich, dass sie eine sehr präzise und differenzierte Sicht auf die Welt und fremde Kulturen entwickelte. Fremdes findet sie spannend, anstatt beängstigend, wie es ja leider allzu oft ist. Sie ist wunderbar offen für neues und ich glaube tatsächlich, dass das eine Eigenschaft ist, die sie durch ihre Reiseerfahrungen erworben hat.

Kannst Du ein wenig davon erzählen, wie viele Tage Du im Jahr auf Reisen bist und wo Du schon überall warst? Gibt es Lieblingsziele, die Du immer wieder ansteuern könntest?

Also als Familie sind wir so zirka 5 bis 6 Wochen im Jahr verreist. Wobei es sich dann meist um eine große 3-wöchige Sommerreise handelt und ein paar 1-wöchige Kurztrips oder auch Wochenendtrips. Bei mir selbst kommen dann im Laufe des Jahres immer noch ein paar kürzere Reisen hinzu, bei denen ich in meiner Rolle als Lifestyle- und Reise-Bloggerin auf Pressetrips unterwegs bin.

Die Frage nach den Lieblingszielen bin ich schon sehr oft gefragt worden. Das ist wirklich sehr, sehr schwer zu beantworten. Es gibt so viele wunderbare Orte auf der Welt und alle haben sie ihren ganz individuellen Charme. Meine komplette Liste könnte tatsächlich sehr lang werden.

Aber ich kann sagen, dass New York City wohl immer unsere Lieblingsstadt für Städtetrips sein wird. Wir waren schon oft dort, können aber nie genug bekommen. An Thailand haben wir auch sehr unser Herz verloren. Die Kultur ist faszinierend, das Essen eines der großartigsten auf der Welt und die Menschen sind freundlich und liebenswert. Und wie bereits erwähnt… Tansania hat uns in vielerlei Hinsicht zutiefst berührt.

Und zum Schluss: Hast Du drei ultimative Tipps für eine glückliche Reise mit der ganzen Familie?

Ich denke, dass es fast immer eine gute Idee ist, die Kids aktiv mit in die Entscheidung über den Familienurlaub einzubeziehen. Man möchte schließlich, dass alle im Urlaub glücklich sind und jeder einzelne einen Teil seiner Wünsche erfüllt bekommt. Wir diskutieren das oft in unserem kleinen Familienrat. So kann es dann auch passieren, dass wir bei dem Gedanken einer Seychellen-Reise starten, dann über Madagaskar nachdenken und schließlich in Kanada und Neuengland landen. So ist das tatsächlich vor zwei Jahren geschehen. Kanada war der Wunsch unserer Tochter.

Die Wünsche der Kids zu berücksichtigen und ernst zu nehmen, bedeutet für mich aber nicht, den Urlaub komplett um die Kinder herum zu planen. Es sollte auch den Kleinen klar sein, dass es im Urlaub darum geht, dass alle Spaß haben! Das schließt eben auch mit ein, dass mal ohne Genöle und Gezeter das gemacht wird, worauf Mama und Papa Lust haben. Ganz nach dem Motto: glückliche Eltern – glückliche Kinder!

Ganz zum Schluss noch eine Leseempfehlung von uns: Die 66 persönlichen Reisetipps von Nic Hildebrandt – nützlich für Einsteiger und Fortgeschrittene!


Autor_Nic