„Ich bin uuunnnnglücklich“, heulte ich neulich einer Freundin ins Telefon. „Der Urlaub ist noch so weit hin. Ich müsste abnehmen. Außerdem will ich eine größere Wohnung, hier platzt alles aus den Nähten. Und pleite bin ich auch.“ Meine Freundin sagte: „Du bist nicht unglücklich, Du hast einfach miese Laune. Das sind zwei Paar Stiefel.“ Nach dem Telefonat ging mir dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf. Glück. Was macht mich eigentlich glücklich? Wäre ich mit 10.000 Euro mehr auf dem Konto  wirklich glücklicher? Oder mit 5 Kilo weniger auf den Hüften? Oder mit einem begehbaren Kleiderschrank und einer 200 Quadratmeter Wohnung? Wann verspüre ich wirklich das schöne Gefühl von Leere und Vollkommenheit gleichzeitig, das ich Glück nenne?

„Mal es auf. Das zwingt Dich, deine Gedanken zu ordnen.“

Also habe ich mich hingesetzt und gemalt (obwohl ich echt schlecht zeichnen kann). Das Ergebnis: Die Sonne, ein Spaziergang im Wald, das Meer, ein Eis, meine Familie – das macht mich glücklich. Ganz einfach, ganz alltäglich, aber ganz wunderbar. Alles andere, ob größere Wohnungen oder schmalere Hüften sind doch, wenn wir mal ehrlich sind, nur kurzfristige Highlights. Aber nichts Tiefes, nichts, was Dich am Leben hält, Dir die Hand streichelt, Dein Herz wärmt. Und nur darauf kommt es doch an.


Frida Felten (33), Düsseldorf

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