Wie habt Ihr die vergangene Woche verbracht? Bei uns verlief sie erstaunlich normal. Das große Kind hat zwar intensiv die Zeitung gelesen und uns Fragen zu den Anschlägen in Paris gestellt, sich dann aber auch schnell wieder anderen Themen zugewandt. Das kleine Kind hat von all dem zum Glück nichts mitbekommen und freute sich über eine Woche mit ganz viel Zeit mit ihrem besten Freund, weil die Kita mal wieder ein paar Fortbildungs-Schließtage eingelegt hatte. Und wir Eltern? Haben viel geredet, spät abends, wenn die Kinder tief geschlafen haben. So viel Nachrichten gesehen wie seit Jahren nicht mehr. Und parallel haben wir versucht, zwei kitafreie Tage, ein plötzlich fieberndes großes Kind und unsere Jobs irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Das ganz normale Familienleben eben – das wir in dieser Woche trotz allem Stress noch mal mehr als sonst als großes Glück empfunden haben. In diesem Sinne: Hier kommen unsere Linktipps der Woche!

Auffangen und Anker werfen

Es waren in den vergangenen Tagen eine ganze Reihe von mehr oder weniger klugen Texten zu lesen, die sich damit beschäftigten, wie wir mit Kindern über die Vorkommnisse in Paris, über Terrorismus, Angst und Trauer sprechen sollen. Ich persönlich denke: Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden, ganz einfach, weil keine Familie wie die andere ist und jedes Kind anders reagiert. Die einen stellen sachliche Fragen und gehen schnell wieder zur Tagesordnung über, die anderen fangen an zu weinen und bekommen Alpträume. Wichtig ist, dass wir Eltern unsere Kinder auffangen, für sie da sind, ihnen zuhören und ihnen einen Rettungsanker zuwerfen – sowie es Anna alias Berlin Mitte Mom in ihrem Blogbeitrag über Trauer beschreibt.

Hust, schnief, nies…

Das große Weltgeschehen ist das eine. Die kleinen Alltags-Familienkatastrophen das andere. Sicherlich viel weniger wichtig und viel weniger tragisch, aber dennoch manchmal eine Grenzerfahrung. Wie zum Beispiel das ab Sonntag leicht hustende Schulkind, das am Montag dann auch noch ordentlich zu schniefen anfing und sich ab Dienstag fiebernd ins Bett legte. Von daher konnte auch ich diese Woche mal wieder den bekannten Eltern-Notruf absetzen: „Husten, wir haben ein Problem!“

Geschlossene Gesellschaft

Ich finde die Kita, in die das kleine Kind geht, gut. Die meisten Erzieher sind sehr engagiert, unsere Tochter hat dort tolle Freunde gefunden und sie freut sich eigentlich jeden Morgen, wenn es Richtung Kindergarten geht. Ich wiederum freue mich, dass es meinem Kind an diesem Ort sichtlich gutgeht und ich entspannt Richtung Büro starten kann.

Trotzdem rege ich mich regelmäßig über die Kita auf – nämlich dann, wenn neben den bereits auf der jährlichen Terminplanung angegebenen Schließtagen zum Beispiel noch Ausfälle wegen Betriebsversammlungen und ähnlichem dazu kommen. Mir ist schon klar, dass die Angestellten der Kita darauf ein Recht haben und dass Fortbildungstage ausgesprochen sinnvoll sind. Nur: Rechnet irgendwer der Verantwortlichen in den Kitas und Schulen eigentlich mal nach, wie viele Tage die Einrichtungen geschlossen bleiben? Jette vom Blog Halbe Sachen hat sich die Mühe gemacht und weiß jetzt, dass sie sich um ihre Urlaubsplanung keine Sorgen mehr machen muss… Dank Kita ist höchstens noch ein verlängertes Urlaubswochenende drin.

Gestrichen: Kinder raus aus dem Lebenslauf?

Angeblich machen Kinder Frauen ja noch belastungs- und multitaskingfähiger, als sie ohnehin schon sind. Mütter müssten damit ein echter Gewinn für jedes Unternehmen sein. Trotzdem raten sogenannte Karriereexperten Müttern gerne, ihre Kinder möglichst nicht zu erwähnen. Denn aus der Sicht von Chefs (und manchen Kollegen) sind die ein Karrierehindernis. Tatsächlich müssen Kinder bei einer Bewerbung nicht im Lebenslauf erwähnt werden. Eine Freundin von mir hat das nach ein paar Negativerfahrungen während ihrer Jobsuche gemacht und erst von ihrer Tochter erzählt, als sie in der zweiten Gesprächsrunde bei ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber war und ziemlich sicher wusste, dass es mit dem Job klappt. Weshalb auch Melanie von „Glücklich scheitern“ erst ihre Kinder aus dem Lebenslauf gestrichen hat und sie jetzt wieder drinstehen, schreibt sie im aktuellen Kapitel über die nicht ganz einfach Jobsuche als Mutter.

Integration für berufliche Wiedereinsteiger

Henrike aka Nieselpriem ist schon einen Schritt weiter: Sie sitzt nach der Elternzeit seit kurzem wieder im Büro und ist schwerstens um Integration bemüht. Ist aber gar nicht so einfach, vor allem, wenn man nicht mal die gleiche Sprache spricht wie die lieben Kollegen… Wir wünschen Henrike viel Erfolg auf dem Weg zum optimalen Workaround und dem Modifizieren morgendlicher Delivery-Prozesse und uns allen ein gänzlich unperformantes Wochenende mit viel Zeit zum Nichtstun und Quatschmachen!


 

Titelfoto: unsplash.com/Shlomit Wolf

Autor_Sandra