Halbe-halbe. Das ist das Familienmodell, dass der Mann und ich gewählt haben. Jeder ist zu gleichen Teilen für Kinder und Haushalt zuständig und arbeitet entsprechend weniger im Job. Ob das besser ist als die klassische Rollenverteilung? Das muss jeder für sich selbst beantworten. Ich persönlich finde es ziemlich gut, dass wir durch die Aufteilung beide den Alltag in der Arbeit und in der Familie meistern können. Und ich denke, dass auch die Kinder davon profitieren, gleichermaßen mit Mama und mit Papa klarkommen zu müssen. Welche Gedanken sich andere Menschen zum Thema Väter/Kinder/Familie gemacht haben, könnt Ihr in unseren Linktipps der Woche nachlesen – und obendrauf gibt es noch Marienkäfer, Roboter und Pool-Nudel-Pferde…

Mein Vater, mein Vorbild?

Wieso geraten Jungs in der Schule so oft ins Hintertreffen und im Vergleich zu Mädchen häufiger ganz aus der Spur? Es liegt an fehlenden authentischen Männern als Vorbild, sagt der Hirnforscher und Biologe Gerald Hüther. „Das Wichtigste wäre ein richtig guter Vater“, lautet seine These. Was einen guten Vater beziehungsweise männliche Vorbildfiguren ausmacht, hat er vor kurzem in einem wirklich lesenswerten Interview erklärt.

#idiotdad

Und wir bleiben noch bei den Genen. Denn angeblich liegt es ja genau an denen, dass Frauen die Sache mit den Kindern besser hinbekommen. Und Männer sich als Väter zum Deppen machen, dem aus Film und Fernsehen bekannten #idiotdad, der weder wickeln noch Brei kochen noch den Turnbeutel richtig packen kann. Alles Quatsch, sagt Patricia Cammarata alias DasNuf. Nicht die Gene, sondern Übung machten den Meister – ob beim Wickeln oder bei der Steuererklärung. Weshalb Frau Cammarata für rotierende Aufgaben plädiert. Denn damit würden nicht nur Belastungen und Verantwortungen gerecht geteilt, sondern auch Kompetenzen erworben und dem Frust vorgebeugt.

Da sein – als Mann

Was DasNuf vorschlägt, ist im Hause GroßeKöpfe schon lange Realität: Da sein bei den Kindern, im Haushalt und im Job sieht Konstantin als normales Verhalten eines modernen Vaters an – und war überrascht, dass er mit dieser Entscheidung in Männerkreisen ziemlich einsam dasteht. In seinem Blogbeitrag „Mehr Mann war nie“ macht er seinem Ärger darüber Luft und vor allem anderen Männern Mut: Väter sollten endlich die Familien-Grundkompetenzen, die alten Rollen in den Köpfen auflösen und sich von niemandem um die schönste Zeit mit ihrem Nachwuchs bringen lassen.

Ordnung ist das halbe Leben

Solltet Ihr aufgrund der vorangegangenen Leseempfehlungen angefangen haben, über eine neue Rollenverteilung in Eurer Familie nachzudenken, dürfen wir an dieser Stelle natürlich auch nicht die Nachteile dieses Modells verschweigen. Eine gravierende Nebenwirkung ist zum Beispiel, dass es niemanden mehr gibt, der unter der Woche vormittags feudelt und putzt und wäscht und bügelt. Bleibt jetzt immer alles schön fürs Wochenende liegen. Kann man dann in einer Großaktion erledigen – oder lieber fröhlich Eis essen gehen, wie Christian vom Familienbetrieb, der hoffentlich mittlerweile seinen Geldbeutel wieder gefunden hat…

Glücksbringer auf Wohnungssuche

Wo wir gerade beim Putzen sind: Es kann gut sein, dass Euch dabei in diesen Tagen in Eurer Wohnung Marienkäfer begegnen. Auf der Suche nach einem geschützten Plätzchen landen diese im Herbst häufig im Haus. Was Ihr mit den kleinen Krabblern in solchen Fällen am besten macht, weiß der Bund für Umwelt und Naturschutz.

Kreative Talentförderung

Ich kann leider kein Instrument spielen. Hat bei uns zu Hause keiner gemacht, mir fehlten also die Vorbilder. Und meine Musiklehrer in der Schule haben meine Freude am Musizieren auch nicht wirklich gefördert, eher im Gegenteil. Ich vermute mal, dass das mit einem Musiklehrer wie Lars Reimers ganz anders ausgesehen hätte – denn was der mit seinen Schülern auf die Beine stellt, ist absolut großartig und im Internet mittlerweile weltweit ein Hit:

„Das sind Bibi und Tina…

… auf Amadeus und Sabrina“: Bei uns laufen aktuell leider nicht Kraftwerk in der Dauerschleife, sondern „Bibi und Tina“. Während ich ziemlichen Respekt (oder auch Angst) vor Pferden habe, ist meine Tochter momentan im Pferdefieber. Weshalb der demnächst anstehende Geburtstag selbstverständlich mit einer Pferdeparty gefeiert wird – inklusive Ausritt durch die Nachbarschaft. Die Pferde dafür müssen sich die Gäste allerdings selber basteln, aus Poolnudeln, Socken und Filz.

Und jetzt: Ab in den Sattel und immer schön Richtung Wochenende reiten!


 

Titelfoto: unsplash.con/Seth Doyle

Autor_Sandra