Wer selber ein Kleinkind, Arbeit und viele andere Verpflichtungen hat, ist eigentlich ausgelastet. Die Hamburgerin Britta Hausfeld hat das trotzdem nicht davon abgehalten, sich ehrenamtlich zu engagieren und andere Familien zu entlasten. Seit fünfeinhalb Jahren ist sie als Ehrenamtliche bei wellcome aktiv, einem Sozialunternehmen, das seinen Schwerpunkt auf das Angebot „Praktische Hilfe nach der Geburt“ legt.

„Ich habe nur ein Kind, ich habe damals weniger gearbeitet und ich wusste aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, mit einem Baby ohne eigene Familie vor Ort zurecht zu kommen“, erinnert sich Hausfeld an ihren Start bei wellcome. Auslöser für ihr Engagement war ihre Teilnahme an einer Qualifikation zu Pflegeeltern. „Dabei habe ich einmal mehr gemerkt, wie gut es uns geht und wie viel Glück wir im Leben haben“, erzählt die 52jährige.

Unkompliziert und für alle da: wellcome-Ehrenamtliche

Vorlesen, spielen, spazieren gehen: Die ehrenamtlichen Helferinnen von wellcome unterstützen Familien in der Zeit nach der Geburt individuell nach deren Bedürfnissen. Foto: wellcome/Niemann

Vorlesen, spielen, spazieren gehen: Die ehrenamtlichen Helferinnen von wellcome unterstützen Familien in der Zeit nach der Geburt individuell nach deren Bedürfnissen. Foto: wellcome/Niemann

Aus diesem Gefühl sei dann der Wunsch entstanden, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Ich wusste, ich wollte etwas mit Kindern machen – zu wellcome bin ich über eine Freiwilligen-Börse gekommen.“ wellcome hilft unkompliziert und schnell jungen Familien in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die bei der Organisation nach Unterstützung fragen – etwa weil keine Verwandten vor Ort sind, die helfen können.

Meldet sich eine Familie, kontaktiert die für den Bereich zuständige Koordinatorin  alle Freiwilligen, die für den Einsatz in Frage kommen. Etwa sechs bis acht Monate im Jahr ist Hausfeld für wellcome aktiv. „Zwischen den einzelnen Engagements ist auch immer wieder eine Pause – das kann man sich nach seinen eigenen Bedürfnissen einteilen.“

Das wichtigste Ziel? Entlastung der Mütter

Wie lange Hausfeld die Familien besucht, ist ganz unterschiedlich. „Mein kürzester Einsatz hat drei Monate gedauert, mein längster zwölf Monate“, erzählt die Ehrenamtliche. Wenn Hausfeld in eine Familie kommt, geht es meistens darum, die Mutter zu entlasten und den Kindern Zeit zu schenken. „Das heißt, man nimmt das Kind aus dem Haushalt heraus und geht zum Beispiel viel spazieren oder sucht sich einen anderen Rückzugsraum wie etwa ein Café mit einer Krabbelecke“, erklärt der wellcome-Engel..

Ihre wichtigste Aufgabe sieht sie darin, den Müttern Entspannung und Zeit für sich selbst zu schenken. Kurze Auszeiten vom Baby, in denen das Schlafdefizit ausgeglichen, die Wohnung aufgeräumt oder in Ruhe der Friseur besucht werden können – je nachdem, was der Mutter gerade gut tut.

Denn Kinder zu bekommen sei toll, aber auch sehr fordernd. „Wenn ein Kind kommt, werden Sie rausgeschleudert aus dem gewohnten Leben und landen in einer anderen Welt. Die eigenen Freiräume gehen erst einmal verloren: plötzlich bestimmt ein anderer Mensch rund um die Uhr Ihr Leben – und Sie sind auf einmal froh, wenn Sie noch duschen gehen können“, erzählt Hausfeld. Wenn in dieser Phase ein gutes Netzwerk aus Familie und Freunden fehlt, kratzt die Anstrengung oft am Familienglück und kann auch die Partnerbeziehung belasten.

Vom Glück, anderen helfen zu können

wellcome-Engel wie Britta Hausfeld geben jungen Familien Starthilfe, damit genau das nicht passiert. Dabei profitieren die Mütter und Väter auch von der Erfahrung der Helferinnen. Manchmal falle es leichter, erfahrenen Rat von einem „externen Helfer“ anzunehmen als etwa von der Schwieger- oder auch der eigenen Mutter.

Viele Familien empfinden diese Unterstützung sicherlich als großes Glück. Dennoch sieht Hausfeld sich selbst nicht als „Glücksbringerin“ für Familien – sein Glück schmiede jeder selbst. Für die Hamburgerin gehört es selbstverständlich dazu,,sich für andere zu engagieren: „Aus jedem ehrenamtlichen Engagement erfährt man Zufriedenheit für das eigene Leben – es ist immer ein gegenseitiges Geben und Nehmen.“ Als wellcome-Engel bekomme sie fröhliches Babylachen, den wunderbaren Babygeruch und die Freude, wenn ein Kind sie wiedererkennt, als besondere Glücksmomente noch mit dazu.

Über wellcome: wellcome ist ein Sozialunternehmen. Das heißt, wellcome arbeitet nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, verfolgt aber nicht das Ziel, finanziellen Gewinn zu machen. Das Unternehmen möchte erreichen, dass sich in unserer Gesellschaft jeder auf das Abenteuer Familie einlassen kann. Jede Familie soll individuell und unbürokratisch die Unterstützung erhalten, die sie braucht, um den Kinderwunsch zu realisieren und Kinder in einem sicheren Umfeld gesund aufwachsen zulassen. Im Jahr 2002 als Projekt in Hamburg gegründet, existiert wellcome mittlerweile an 250 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

Button_Gluecksbringer2