In ganz Deutschland gibt es wunderbare Initiativen, Vereine und Institutionen, die sich mit viel Engagement und Kreativität für Kinder und Familien einsetzen und die sowohl Aufmerksamkeit als auch Unterstützung verdient haben. Einige davon möchten wir Euch hier vorstellen: Heute haben wir uns mit dem Team von blu:boks BERLIN getroffen, einer sozial-kulturellen Organisation mit Hauptsitz in Berlin-Lichtenberg, die mit Kindern und Jugendlichen arbeitet.

Was ist die blu:boks Berlin?
Die blu:boks BERLIN entdeckt und fördert die kreativen Begabungen junger Menschen, die kaum Zugang zu kultureller Bildung haben. Fennpfuhl, der Sitz von blu:boks BERLIN, ist der am zweitdichtesten besiedelte Ortsteil Berlins. Die Kids, die in die blu:boks kommen, wachsen in Hochhaussiedlungen auf und haben meist aufgrund ihrer sozialen Verhältnisse kaum Möglichkeiten, ihre Begabungen und Talente zu entfalten. Obwohl die Bedeutung von kultureller Bildung für die Entwicklung junger Menschen längst bewusst ist, sind die künstlerischen und kreativen Bildungsangebote in den Schulen rar. Mit künstlerischen und kreativen Methoden, wie Musik, Tanz, Schauspiel oder einem Tonstudio, möchte die blu:boks Erfahrungsräume für diese jungen Menschen zu schaffen. So entwickeln und stärken wir das Selbstwertgefühl und die Selbstwirksamkeit der Kinder und Jugendlichen.
Wie ist die Idee entstanden?
2004 inspirierte der Film „Rhythm is it“ Torsten Hebel zur Entwicklung der Idee der blu:boks. Der Dokumentarfilm zeigt, wie Chefdirigent Simon Rattle, die Berliner Philharmoniker und der Tanzpädagoge Royston Maldoom mit Berliner Schülern Igor Stravinskys Ballett „Le sacre du printemps“ proben und aufführen. Es entstand das Konzept für die konkrete Arbeit der blu:boks – im Jahr 2009 ging sie dann tatsächlich an den Start.
Wer steckt hinter der blu:boks?
Die blu:boks BERLIN wird geleitet von Torsten Hebel und Martin Schäfer. Außerdem sind 32 Mitarbeiter für die blu:boks BERLIN tätig. In jedem Workshop sind sowohl professionelle Künstler (Musiker, Tänzer, Schauspieler etc.) als auch Life-Coaches (Kunstpädagogen, Sozialpädagogen, ErzieherInnen) mit dabei. So wird der künstlerische Anspruch gesichert und gleichzeitig fokussieren sich die Life-Coaches auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder.
Was treibt Euch an?
Vor allem für Kinder und Jugendliche in relativer Armut, aus Familien mit Migrationshintergrund und solche, die eine sonderpädagogische Förderung erhalten, bleibt die Tür zu ästhetischer Bildung oft verschlossen. Viele unserer Teilnehmer wachsen mit einer sehr passiven Grundeinstellung auf („Ich schaffe es nicht.“) Unser Ziel ist es, die sozialen Kompetenzen, die für den Einstieg in das Berufsleben benötigt werden, wie etwa Teamfähigkeit oder Sprachkompetenz, zu fördern und diese jungen Menschen auch in ihrer Selbst stark zu machen. Durch unsere Arbeit in den letzten sechs Jahren sind wir umso mehr von der verändernden Kraft ästhetischer Bildung überzeugt.
Was würde Euch im laufenden Jahr richtig glücklich machen?
Aktuell arbeiten wir gerade an einem blu:book, einem Leitfaden mit unseren Methoden und Werten, der dann auch weiter gegeben werden soll. Denn wir planen zukünftig in anderen Städten noch weitere „blu:boks Einrichtungen“ aufzubauen. Auch eine Kita nach dem blu:boks Prinzip wird im Januar 2016 eröffnet. In Bezug darauf sind wir auf viele Spenden, seien sie finanziell oder materiell, angewiesen. Denn die blu:boks BERLIN finanziert sich ausschließlich aus privaten Spenden. Es würde uns richtig glücklich machen, in Zukunft durch zahlreiche Spenden noch mehr Kindern die Möglichkeit zu geben, durch unser kulturelles Angebot zu wachsen und zu lernen.

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