Ein „Glücksbringer“ in meiner Umgebung? Da muss ich nicht lange suchen. Denn bei mir gibt es tatsächlich einen ganz nah: meine Nachbarin Petra!

Wo soll ich anfangen? Als unser Ältester mobil wurde, machte nicht nur ich mir, sondern auch sie sich Sorgen wegen ihres kleinen Gartenteichs. Also stimmte sie schweren Herzens einem Zaun zwischen unseren Gärten zu – obwohl sie es ohne viel lieber mag. Aber sie nahm ihn nicht nur hin: Ohne dass wir das erwartet hätten, bezahlte sie die Hälfte und investierte zusammen mit ihrem Mann einen ganzen Nachmittag, das Mistding auch mit  uns aufzubauen.

Wenig später kam der bislang schlimmste Tag in meiner Karriere als Mutter. Zusammen mit beiden Kids verließ ich das Haus. Drehte mich auf dem Treppenabsatz, ließ die Tür ins Schloss fallen – und mein Großer hatte gerade seinen Finger in den Türrahmen gelegt, um eine Schraube zu untersuchen. Die Tür war zu, und der kleine Ringfinger fest eingequetscht. Wegen des Fremdkörpers ließ sich das Schloss nun nicht mehr öffnen, so dass ich in meiner Verzweiflung erstmal laut nach Hilfe brüllte, während ich weiter rüttelte. Petra raste ihre Treppe runter, unsere hinauf. Zwar war die Tür dann schon offen, aber sie half kühlen (beim Kleinen) und trösten (bei uns beiden). Mein Großer sagt bis heute fast jeden Tag beim Verlassen des Hauses: „Hier grooooßes Aua. Petra helfen.“ Herrje …

Aber auch im Alltag darf er mit ihr zum Müll, gelegentlich besucht er sie, bekommt eine Hausführung bis in den (bestimmt aufregenden) Dachboden – und ich kann wirklich sagen: Obwohl Petra keine Katze hat (!), mag er sie sehr, sehr gerne. Das ist das größte Kompliment meines Sohnes, das ich kenne. Und von mir kommt noch eins hinterher: danke, Petra! Für den Zaun, den Finger, das Müll Wegbringen. Dafür, dass du und dein Mann so seid, wie ihr seid.


Autor_Dani_Clement